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Barbara Trattner
Letztes Update: 11:52 / 16.05.2012

Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt, und doch wie kein anderer zu sein.

Mittwoch, 2. August 2006

  Sequenziermethoden

Leider habe ich bis jetzt nicht die Zeit gefunden, euch über meine Erkentnisse zu diversen Sequenziermethoden zu informieren. Hier aber nun, wie versprochen, eine kurze Zusammenfassung meiner Recherchen:
Im Allgemeinen gibt es zwei Verfahren zur Bestimmung von DNA-Sequenzen. Zum einen die chemische Methode von A.M. Maxam und W. Gilbert (1977) und die biochemische Dideoxy- oder Kettenabbruchmethode von F. Sanger (1977).
Obwohl die Kettenabbruchmethode relativ umständlich ist, wird sie auf Grund ihrer Verlässlichkeit und Genauigkeit bevorzugt und mehr als 98% der gewonnenen DNA-Sequenzen in internationalen Datenbanken sind durch diese Methode entschlüsselt worden. Deshalb werde ich nur diese Methode kurz erläutern:
(1) Zuerst wird die DNA in M13-RF-DNA kloniert mit dem Ziel einzelstränngige DNA Ringe herzustellen. Man verwendet dafür Derivate des natürlichen M13 - Phagen und überpfrüft die Klonierung durch eine Blau-Weiß Selektion
(2) An der multiplen Klonierungsstelle (MCS) von M13 lagert sich ein DNA-Primer an
(3)Die dann hinzugefügte DNA-Polymerase benützt das 3'OH Ende des Primers und synthetisiert einen Komplementärstrang. Meistens verwendet man für diesen Vorgang die T7-DNA Polymerase (Bakteriophage T7)
(4) Der Trick dieser Methode besteht in der gezielten Unterbrechung der Komlementärstrnag Synthese. Dies erreicht man durch den Zusatz von Dideoxynucleotiden (ddNTP) zu dem Gemisch von normalen dNTPs, da ddNTPs keine 3'OH Gruppe besitzen, sodass die Synthese unterbrochen wird.

Konkret geht man also folgender Maßen vor:
(a) Man bereitet 4 Ansätze parallel vor, wobei jeder Ansatz ein markiertes (entweder durch Radioaktivität oder Fluoreszenz) Nucleotid und die drei anderen nichtmarkierten Deoxynuleosid-Triphosphate enthält. Zu den 4 dNTPs (dATP, dGTP, dCTP und dTTP) enthält jeder Ansatz zudem ein Dideoxynucleotid (also der erste zum Beispiel ddTTP, der zweite ddCTP, der dritte ddGTP und der vierte ddATP)
(b) Dann setzt man die DNA-Polymerase zu, welche die Komlementärstrang Synthese beginnt. Sie kommt zum Halt, wenn zufällig ein Dideoxynuleotid statt des normalen Deoxynucleotids in das Zentrum der DNA Polymerase gelangt. Beim ersten Ansatz in unserem Beispiel wäre das immer der Fall, wenn die Sequenz des Matrizenstranges den Einbau eines Thymin Nucleotids verlangt, beim zweiten bei einem Cytosin Nucleotid usw. Man erhält also im ersten Ansatz DNA Fragmente, deren Längen die Positionen von Adenin Resten im Matrizenstrang wiedergeben usw.
(c) Im nächsten Schritt müssen matrizen und synthetisierter Komplementärstrang durch Denaturierung aufgetrennt und auf Polyacrylamid-Gelen analysiert werden. Nur die Syntheseprodukte sind markiert (z.B. durch radioaktiven Phosphor), daher können auch nur sie durch geeignete Maßnahmen sichtbar gemacht werden. Durch das kleinste, am weitesten gewanderte Fragment, wird das erste Nucleotid in der Sequenz angezeigt, durch das nächst größte Fragment das zweite usw.

Ich hoffe, ich konnte diese doch recht komplizierte Sequenziermethode doch einigermaßen verständlich erklären!

Donnerstag, 27. Juli 2006

  PCR, Gel-Elektrophorese

Die PCR der klonierten Zellen ist gestern nicht sehr erfolgreich ausgefallen, aus diesem Grund habe ich sie heute noch einmal durchgeführt, in der Hoffnung, dass ich diesmal bessere Ergebnisse bekommen. Heute ich mein letzter Forschungstag hier, aber Prof. Schröder hat mir angeboten ein paar Tage im August bei der Auswertung der Sequenzierungsdaten zu helfen, was mich sehr freut.
In der Zwischenzeit, während die PCR läuft habe ich einen äußerst interessanten Artikel über ncRNAs gelesen, den ich allen Interessierten nur empfehlen kann:
http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6T23-4GWC8K2-1&_coverDate=09%2F25%2F2005&_alid=428856778&_rdoc=1&_fmt=&_orig=search&_qd=1&_cdi=4907&_sort=d&view=c&_acct=C000054145&_version=1&_urlVersion=0&_userid=4888655&md5=e929fe3d707f7845739464dafb83166b

Die PCR hat übrigens super funktioniert, ich bin ganz stolz auf mich gewesen! ;-) Also habe ich gleich alles aufgereinigt und freue mich schon wenn die Sequenzenabfolge im Labor eingelangt ist, damit ich sie in der Datenbank suchen kann!

Bis dahin habe ich mir noch einen Artikel über Sequenzierungstechniken aus einem Lehrbuch kopiert, den ich durcharbeiten und exzerptieren werde.

Ich werde jetzt längere Zeit nicht mehr posten aber verzagt nicht - es werden weitere Nachrichten von mir kommen! ;-)

Montag, 24. Juli 2006

  Dritte Klonierung und Arbeit mit der Gendatenbank

Heute Vormittag habe ich eine weitere TOPO Klonierung angesetzt (Mittlerweile bin ich ja beinahe Expertin auf diesem Gebiet ;-)
Jetzt hat Rike mir gerade die Internet Adressen der Gen-Datenbanken gegeben, mit denen sie hier arbeiten: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/BLAST/
http://genome.ucsc.edu/index.html
Meine Aufgabe ist es mich einzulesen, denn später gibt sie mir die Sequenzen, die ich suchen soll.
Eine Sequenz, die ich suchen sollte, lautet beispielsweise:
Clone 3-95
CAGTGGTGCAATATTGGCTCGCTGCAACCT CTGCCTCCCA GGTTCAAGTGATTCTCCTGC CTCAGCATCC TGAGTAGCTG GGATTACAGG TGCCAACCACCACACCTGGA TAATTTTTTT GTATTTTTAG TAGAGACGGG

Diese Basenabfolge gibt man unter http://genome.ucsc.edu/cgi-bin/hgBlat?hgsid=75167756 in die große weiße Box ein. Dann klickt man in der Zeile auf Browser, wo eine 100 %ige Übereinstimmung vorliegt. Man sieht dann ein Bild, auf dem die Position dieser Abfolge zu erkennen ist und kann weiter unten auf der Seite verschiedene Einstellungen aktivieren. Beispielsweise kann man die DNA mit anderen Tieren vergleichen.

Interessante Literatur und Artikel aus Zeitschriften zu diesem Thema findet ihr unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=PubMed Einfach oben in die weiße Leiste ein Schlagwort eingeben und ihr könnt total viele Artikel aus Fachzeitschriften lesen. Dann kann man noch auf Reviews klicken, da diese auch für Laien verständlich geschrieben sind.

Freitag, 21. Juli 2006

  Gen-Datenbank

Meine heutige Aufgabe bestand darin, die gestern hergestellten PCR Produkte zu reinigen. Die Methode, wie das funktioniert, habe ich in einem älteren Post beschrieben.
Nun soll ich eine Internetrecherche zum Thema Genom Datenbanken starten, denn ich werde am Montag beginnen mit einer zu arbeiten. Leider wird es sich nicht ausgehen, dass ich mit meinen eigenen Sequenzen weiterarbeite, da die Sequenzierung in München einige Zeit lang dauert, aber Rike gibt mir einige ihrer Proben und ich kann sie in der Datenbank eintragen und suchen.
Ich bin schon sehr gespannt, wie diese Datenbank aussieht!

Donnerstag, 20. Juli 2006

  One more time . . .

Meine Aufgabe ist es nun, das Experiment einfach noch so oft als möglich zu wiederholen. Ich habe dazu gestern wieder die TOPO Klonierung durchgeführt, die recht gut funktioniert hat. Heute habe ich dann eben nocheinmal die PCR mit diesen angesetzt. Am Nachmittag werde ich dann wieder eine Gel-Elektrophorese durchführen um zu testen, ob die PCR erfolgreich gewesen ist.
Ich werde mich bemühen, die Bilder der letzten PCR einzuscannen und online zu stellen!
Die PCR heute Nachmittag hat recht gut funktioniert. Ein kleines Problem ist allerdings aufgetreten. Ich habe das Ampicillin auf den Platten nicht bis zum Rand ausgestrichen und daher sind verschiedenste Bakterien am Rand gewachsen. Es kann nun sein, dass ich versehentlich einige solche Kolonien gepickt habe und diese deshalb eine äußerst seltsame PCR geliefert haben (bis zu 4 verschieden lange Banden sind bei einigen Zellkolonien sichtbar gewesen). Diese habe ich dann verworfen, und die "guten" werde ich morgen wieder reinigen!

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