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Bernhard Zatloukal
Letztes Update: 06:55 / 07.01.2012

IMBA - Institute for Molecular Biotechnology, Vienna Bio Center

  Tote Mäuse, ein Pathologe und seltsamer Krebs...

Ich habe jetzt auch die Methoden der Reverse Transkriptase-Polmerase-Kettenreaktion (RT-PCR) und der Real-Time-Quantitative-PCR (qRT-PCR) kennengelernt: Die qRT-PCR unterscheidet sich im Grunde nicht viel von der PCR, nur wird hier eben „real time“ mit gemessen, wie schnell die Kettenreaktion stattfindet. Daraus kann man sich dann die Genexpression, also die Aktivität eines Gens ausrechnen.
RT-PCR stellt aus mRNA cDNA her und funktioniert ähnlich wie PCR, jedoch ist eine viel aufwändigere und genauere Vorarbeit zu leisten. Die genaue Prozedur werde ich erklären, wenn ich das Verfahren noch einmal wiederholt habe, um sicherzugehen.

Weitere Arbeit mit Mäusen: Noch am Freitag haben wir RANK-Knockout-Mäusen Hormonpellets unter die Haut gesteckt. Das Ganze ist recht einfach: Man gibt ihnen eine Betäubungsspritze in den Bauch, rasiert und desinfiziert sie und schneidet sie vorsichtig auf und schiebt das Pellet mit einer Pinzette unter die Haut. Anschließend wird die Wunde mit einer Metallklammer zugeklammert und fertig. Die Pellets, die wir verwendet haben enthalten das Hormon Progesteron. Progesteron wurde zum Beispiel Frauen in den Wechseljahren gegen Beschwerden verschrieben und plötzlich stieg die Zahl von Brustkrebsdiagnosen erheblich. Als man mit Progesteronbehandlungen wieder aufgehört hatte, ist auch die Anzahl der Brustkrebserkrankungen zurückgegangen. Wir vermuten, dass Progesteron mit RANK zusammenhängt, also RANK stark stimuliert und deswegen früher Brustkrebs ausbricht. Diese Mäuse haben wir jetzt getötet und wollen ihre RANKL- und RANK-Expressionen untersuchen. Das Töten geht schnell und einfach: Die Tiere kommen in ein CO2 Kammer und ersticken. Mit Nadeln fixiert man sie auf einer mit Alufolie überzogenen Korkplatte und das „Mäuse-Zerlegen“, wie es Daniel (er arbeitet auch an RANK) liebevoll ausgedrückt hat beginnt. Vorsichtig löst man also das Brustgewebe heraus und entnimmt der toten Maus noch etwas Blut.



Heute untersuchen wir aber das Gewebe von RANK-Knockoutmäusen mit großen Tumoren, oder besser: wir lassen untersuchen. Dazu fahren wir zum AKH Wien zu Lukas, einem Pathologen, den ich zufällig schon länger persönlich kenne. Leider konnte er uns aber noch keine eindeutigen Auskünfte geben weil er noch weitere Schnitte braucht, deswegen werden wir kommenden Freitag noch einmal vorbeischauen. Außerdem hat Lukas seltsame untypische „Verhornungen“ im Krebs entdeckt und wir wissen noch nicht genau was das bedeutet. Es bleibt also spannend!

Ich bin übrigens nicht der einzige Summerschool Praktikant am IMBA. David Chromy arbeitet im selben Lab wie ich und nebenan sollen noch zwei weitere Schüler sein, die ich aber noch nicht kennengelernt habe. Und seit heute habe ich endlich das Buch "Molecular Biology of the Cell" von Alberts! Da werden die Methoden nochmals sehr detailliert beschrieben. Ein super Buch!

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