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Birgit Toth
Letztes Update: 17:15 / 26.08.2008

Hallo! Ich bin 17 Jahre alt, komme aus Wien und hab im Juni meine Matura gemacht! Ich bin noch nicht ganz sicher, was ich jetzt - nach der Schule - machen will, werde mich allerdings zwischen Medizin und Biologie entscheiden. Ich denke das Praktikum in der Innsbrucker Frauen-Kopf-Klinik wird mir die Entscheidung erleichtern und ich bin schon gespannt, was mich in den 3 Wochen erwarten wird...!

Freitag, 22. August 2008

  Tag 14

Heute ist mein letzter Tag.
Fred, Manuela und ich waren in der Zellkultur und Fred hat mich eine Transfektion machen lassen - natürlich hat er mir die ganze Zeit prüfend über die Schulter geschaut, damit nichts schief geht.
Dann war es eh schon halb elf und die Kaffepause stand am Programm, in der wir meine mitgebrachten, selbst gemachten Kuchen gegessen haben =)
Danach hatte Fred eine Besprechung mit dem neuen Gastprofessor um sein Projekt vorzustellen und ich machte in der Zwischenzeit selbstständig die letzten Fotos von meinem Scratch, der - nach 50 Stunden - immer noch nicht zugewachsen ist!

Donnerstag, 21. August 2008

  Tag 12

Nachdem ich in der Früh gleich wieder Fotos von meinem Scratch und die dazugehörige Auswertung gemacht habe, hat mir Fred noch gezeigt, wie man ein 6 Well beschichtet. Dann haben wir noch für Manuela einen Western Blot hergerichtet...
Am Nachmittag habe ich noch die Laborratten kennengelernt. Martina hat mich mitgenommen, damit sie mir zum Abschluss noch was ganz besonderes bieten kann, wie sie gesagt hat! Und es war wirklich sehr speziell...
Bevor man die Ratten überhaupt zu Gesicht bekommt, muss man sich zwei mal umziehen, bis man schlussendlich in einem grünen OP-Mantel, Gummihandschuhen, Überziehern für Schuhe und Haare und einem Mundschutz steckt. Diese Schutzmaßnahmen sind zum Wohle der Tiere, die ein sehr schlechtes Immunsystem haben - es sind "nude rats". Durch das fehlende Immunsystem haben sie kaum Fell und man muss besonders darauf achten, dass sie nicht mit Bakterien in Berührung kommen.
Ratten sind ja bekannterweise sehr zutrauliche Tiere und die Laborratten haben bewiesen, dass sie keine Ausnahme darstellen - sie sind sehr neugierig in Martinas Händen gesessen und haben sich bereitwillig streicheln lassen.
Troz allem war es nicht zu übersehen, dass ihnen das Immunsystem fehlt und sie außerdem schon einige Behandlungen hinter sich hatten...

Mittwoch, 20. August 2008

  Tag 11

Ich war heute gleich in der Früh in der Zellkultur um endlich meinen neuen Scratch zu machen. Diesmal hat auch alles gut funktioniert, nicht wie letztes mal, als ganze Fetzen abgerissen sind. Dafür habe ich allerdings auch ein speziell beschichtetes 6 Well verwendet...
Danach war wieder mal die Fortsetzung des Western Blots an der Reihe und kurz vor Mittag hatten wir das Ergebnis, das allerdings wieder nicht optimal war - sehr sonderbar, aber möglicherweise liegt es einfach an einem Fehler...
Am Nachmittag habe ich weitere Fotos meines Scratches gemacht. Die neue Zelllinie wächst bzw. migriert wahnsinnig langsam!
Später habe ich Manuela geholfen ihre IP vorzubereiten und zwar indem ich Zellen geschabt habe, also mit einer Art Spachtel vom Boden des Gefäßes abgekratzt.

Dienstag, 19. August 2008

  Tag 10

Die Zellen in meinem 6 Well sind leider nicht so gut gewachsen, wie erhofft, also konnte ich die Scratches noch nicht machen...
Wir haben dann mit unserem Western Blot weitergemacht.
Fred hat die Membran diesmal zerschnitten um die Proteine getrennt voneinander betrachten zu können. Doch das Ergebnis nach dem Scan war eher enttäuschend. Eines der Proteine war nicht sichtbar und die Ursache ist unklar.
Daraufhin hat Fred beschlossen, den Western Blot einfach zu wiederholen, allerdings diesmal mit beiden Teilen der Membran in einem Falkon. Mal sehen, was sich morgen herausstellt.

Montag, 18. August 2008

  Scratch

Ein Scratch ist ein "Kratzer" und wird gemacht um das Wachstum und die Migration der Zellen zu beobachten.

Dazu säht man Zellen in ein 6 Well aus, und zwar machen wir immer 1 Mio. Zellen pro Well. Wenn die Zellen am Boden des Wells angewachsen sind (also "angewachsen" ist eigentlich der falsche Ausdruck, denn dann könnten die Zellen ja unmöglich wandern, aber sie schwimmen nicht mehr, sondern sind schon mehr oder weniger fest mit dem Boden verbunden, aber sie können eben "vorwärts wälzen", also migrieren) - ungefähr einen Tag später -, dann kann man den Scratch machen: Man nimmt eine Pipette und fährt mit der Spitze möglichst geradlinig am Boden des Wells entlang und kratzt somit einige Zellen ab. Um den Scratch auswerten zu können muss man immer wieder, zu bestimmten Zeitpunkten, Fotos von dem Scratch machen. Dazu gibt es Mikroskope mit integriertem Fotoapparat, die mit USB-Kabel am Computer angeschlossen sind. Die Fotos werden dann am Computer mit Photoshop ausgewertet. Man umrahmt die freie Fläche und lässt sich die Pixel dieser Fläche angeben.
Da die Scratches, wie auch die Menge der ausgesähten Zellen nicht gleich groß sind, wertet man jedes Well aus und berechnet den Mittelwert. Dann kann man die Werte in Diagrammen veranschaulichen und mit anderen Zelllinien vergleichen.

  Mikrodissektion

Die Mikrodissektion ermöglicht es gezielt einzelne Zellen zu isolieren.
Das Präparat, aus dem Zellen gewonnen werden, ist ein Gefrierschnitt, den man unter das spezielle Mikroskop legt. Speziell ist das Mikroskop deshalb, weil es einen Laser integriert hat. Direkt über den Gefrierschnitt wird ein so genanntes "Cap" angebracht. Das ist ein Aufsatz mit einer Plastikfolie, die auf dem Präparat liegt und durch die der Laser durchgeht. Durch die Hitze des Lasers bildet die Folie einen Tropfen und klebt auf dem Schnitt. Nachdem man mit dem Laser alle Zellen "abgeschossen" hat, die man isolieren will, wird das Cap aufgehoben und die Zellen sind in der Folie eingeschmolzen und werden abgelöst - hoffentlich jedenfalls.
Um sich das ganze vorstellen zu können: Das Cap ist ungefähr so groß, wie eine halbe Fingerkuppe und durch die Folie eines Caps haben wir immer zwischen 2500 und 3500 mal mit dem Laser "durchgeschossen"...

  Tag 9

Heute war Manuelas erster Tag. Sie ist eine neue Mitarbeiterin und Fred zeigt ihr alles im Labor, also waren wir heute zu dritt unterwegs.
Wir haben mit einem Western Blot begonnen, den wir als Kontrolle des Blots von letzter Woche mit den selben Proben gemacht haben. Ich durfte diesmal eigentlich alles selbst machen, also die Elektrophoresekammer zusammenbauen, die Puffer mixen, die Taschen mit Proben und Marker beladen und das ganze an den Strom anschließen. Dann hieß es erst mal warten, also Kaffeepause und anschließend für mich Protokoll schreiben...
Nach dem Mittagessen haben wir die Proteine vom Gel auf eine Membran transferiert und dann begannen wir mit dem Blocken, einem Teil des Western Blot.
Anschließend habe ich noch in der Zellkultur "meine" Zellen versorgt und ein neues 6 Well angelegt um morgen neue Scratches machen zu können - das heißt mit einer neuen Zelllinie.

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