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Daniela Lichtmannsperger
Letztes Update: 20:46 / 09.08.2010

Dienstag, 13. Juli 2010

  So schaut mein erster Arbeitstag aus...

Als ich ins Labor kam schnitt Thomas gerade den Eileiter vom Uterus einiger Mäuse heraus. Anschließend machte er unter dem Mikroskop die Embryospülung mit der Kanüle um die befruchtete Eizelle aus dem Eileiter herauszuspülen. Das passiert meistens am Tag 2,5 da die Mäuse nur eine Trächtigkeit von ca19-20 Tagen haben, und sie zu diesem Zeitpunkt die dritte Teilung (8 Zellen in Eizelle) schon hinter sich haben und dies genau die richtige Größe ist, wo das Sterben von ein oder zwei Zellen beim Schockgefrieren im flüssigen Stickstoff oder beim Auftauen der Embryos keine großen Verluste darstellt. Die Kommastelle bei den Tagen kommt durch sie nächtliche „Befruchtung“ der Weibchen zustande.
Es ist keine richtige Befruchtung, da die Mäuse ja denn Embryo eingesetzt bekommen. Die Scheinträchtigkeit ist dafür da, dass der Embryo vom Uterus nicht abgestoßen wird. Die Männchen, die für diesen Zweck verwendet werden, sind unfruchtbar.
Der Fruchtbarkeitszyklus einer Maus beträgt ca 4-5 Tage und bei Trächtigkeit kommen ca 4-8 Junge zu Welt.
Die Glaskapillaren werden alle selber gezogen. Die Gläser werden dabei über den Bunsenbrenner gehalten und wenn das Glas weich ist, wird es schnell auseinandergezogen, um eine dünne lange Schnur zu erhalten. Sie sollte sich nach dem Ziehen ungefähr um 45° nach unten biegen. Der dünne Glasfaden wird auf die Handfläche gelegt und ca nach 4 Fingern mit einem Schleifstein abgeschnitten. Die Bruchstelle sollte nicht eingerissen sein. Kleine Fehler kann man zwar dann mit dem Brenner noch ausbessern, doch zu große Risse nicht mehr. Dies wird nach dem Brechen unter dem Mikroskop angeschaut und mit dem Bunsenbrenner die scharfen Kanten geschmolzen (dabei kann die kleine Kapillare bei zu langer Zeit im Brenner schnell zuschmelzen).
Andere Kapillaren kann man auch mit der Mikroschmiede brennen, die durch angelegter Spannung einen Draht zum glühen bringt.
Bei den Ställen i haben wir nach den trächtigen Mäusen gesehen, wobei 4 von denen keine Jungen hatten. Bei den anderen Mäusen waren die Jungen schon teilweise geboren und natürlich noch ganz nackt. An einer Seite vom Bauch der Jungen konnte man ganz deutlich den Magen erkennen, denn er schien wie ein weißer Sack durch die rot-rosa gefärbte Haut. Dies ist ein Zeichen, dass die Mutter die Jungen ernähren kann.
Die Vitalität der Jungen kann man unter anderem feststellen, indem man die Neugeborenen auf den Rücken legt, und beobachtet, wie lange sie brauchen um wieder auf dem Bauch zu liegen.
Die 4 nicht trächtigen Mäuse wurden ins Labor gebracht und 3 davon mit CO2 getötet und die letzte mit einem Genickbruch. Wenn man die Tiere mit CO2 erstickt, werden diese in ein Gefäß gegeben, indem genau 15 Liter Gas Platz finden. CO2 ist schwerer als Luft also sinkt dies auf dem Boden des Gefäßes und die Luft kann durch den nicht abdichtenden Deckel entweichen. Nach einigen Minuten ist die Maus ohne Schmerzen gehabt zu haben tot.
Der Genickbruch geht schneller und ist auch sehr einfach. Man braucht dazu einen stumpfen, harten Gegenstand, der dem Tier keine offenen Wunden zufügt, und legt ihn dem Tier ins Genick. Mit einem kurzen Zug am Schwanz der Maus wird ihm das Verlängerte Mark vom Knochenmark getrennt und die Maus ist tot.
Die Schachteln zum verschicken der Mäuse werden ganz einfach zusammengebaut und haben Eisennetze als Nagerschutz an den Luftöffnungen und eine kleine Öffnung am Deckel um die Mäuse anzusehen ohne den Deckel zu öffnen.
Um die Mäuse steril weiterzuverschicken werden die Schachteln in einer Kammer auch desinfiziert.

  Erster Tag am 12.07

Der erste Arbeitstag bei der VetMed Uni war einfach ein Wahnsinn. Heute habe ich Thomas kennengelernt und mit ihm auch noch seine, bzw die nächsten vier Wochen auch meine, Mitarbeiter. Mein Tag an der Uni begann um 9:00 Uhr am Morgen.Gleich beim Hineingehen ins Labor habe ich schon erste tolle Eindrücke ins Laborleben bekommen. Auf die nächsten Tage freue ich mich besonders und weiß jetzt schon, dass ich jeden Morgen wahnsinnig gerne zur MedVed fahren werde!

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