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David Stücklschwaiger
Letztes Update: 20:23 / 06.09.2007

Hallo ich komme aus dem schönen Süden von Oberösterreich und werde voraussichtlich nächstes Jahr das Gymnasium abschließen. Zur Zeit mache ich ein Praktikum auf der Veterinärmedizinischen Universität in Wien genauer am Institut für Labortierkunde.

Sonntag, 2. September 2007

  9.Tag :P

Am Vormittag half ich im Tierstall. Es waren wieder zahreiche Arbeiten zu erledigen: Wasserwechseln, Immunisieren, Umsetzen,... Eine Interessante Tätigkeit ist das Immunisieren. Da bekommen Mäuse im Abstand von jeweils einer Woche insgesamt 3 Spritzen. So kann ihr Immunsystem Antikörper gegen die injizierten Proteine bilden. (z.B. Erdnussproteine). Diese Antikörper kann man später herausholen und für die Lebensmitteluntersuchung verwenden. (Z.B. ob ein Müsli unerlaubt Ernüsse enthält)
Nach der Mittagspause ging ich mit Vera, Nadine und Musaschi in das Labor um das Arbeiten mit Mäusen zu lernen. Es überhaut nicht leicht eine Maus zu fixieren, vor allem weil sie immer versucht einen zu beißen. Wir gaben ihnen auch Injektionen (ohne Wirkstoff - nur Salzlösung NaCl). Es ist überhaut nicht einfach eine Maus in der richtigen Lage zu halten, aufzupassen, dass man nicht gebissen wird und nachher auch noch eine Injetion zu geben. Naja, aber ich muss den Mäusen auch keine Spritze geben - zumindest jetzt noch nicht. Danach gingen wir noch zu den Ratten. Diese Tiere sind viel lieber und außerdem beißen sie nicht. Sie knabbern zwar an den Fingerkuppen, aber das kann man ihnen abgewöhnen. Die Zwangsgriffe waren auch nicht so schwer, wahrscheinlich weil es so liebe Ratten sind....

Dienstag, 28. August 2007

  6.Tag :)

Den Vormittag verbrachte ich damit, wieder zahlreiche Pipetten anzufertigen. Inzwischen war meine Technik noch weiter gereift und mein Arbeitstempo sowie die Qualität waren gestiegen.
Am Nachmittag sah ich dem anderen Praktikanten (er studiert Biomedizin&Biotechnik) bei der Arbeit über die Schulter. Er untersuchte DNA Proben (tails und Haare) mit Hilfe der Elektrophorese und zuvor stundenlangen herumpipettieren (ich half ihm auch dabei)... Außerdem erklärte mir Volker seine aktuellen Arbeitsschritte. Er versucht DNA Sequenzen in Bakterien einzuschleusen. Leider gelingt dies bei einer Sequenz von unserer Länge fast nie. Mal schaun wies diesmal läuft.

Freitag, 24. August 2007

  5.Tag :)

Wegen des gestrigen Rattenstallbesuches waren meine Aufgabenmöglichkeiten sehr begrenzt. Ich durfte nicht zu den Mäusen gehen. So untersuchte ich zuerst alle Fuktionen der Waschküche und half Fredi ein bisschen beim arbeiten. Danach bekam ich einige Bücher über Mikromanipulation gezeigt und ich vertiefte mich ein bisschen in die Materie. Später holten wir die Faltbögen für die Transportkäfige. Ein paar solcher Käfige fertigte ich noch an, ehe ich früher als sonst das Gebäude verlies.

  4.Tag :)

Zu Beginn meines Tages zeigte mir Thomas wie man sehr feine Pipetten selber herstellt (z.B. zum Embryonensortieren). Die Kunst dabei ist es, das Glas, sobald es eine gewisse Temperatur erreicht hat, aus der Flamme zu nehmen und dann mit dem richtigen Druck und der richtigen Geschwindigkeit die beiden Enden auseinander zu ziehen. Nachdem viel Zeit verstrichen war und ich mich ausführlich mit den Studienobjekten auseinander gesetzt hatte, kam ich zu dem Entschluss, den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen. Die selbstgezogenen Pipetten müssen abgeschnitten und danach diese Schnittkante über einem Bunsenbrenner abgerundet werden. Dieser erreicht eine Temperatur von bis zu 1500 °C und Glas wird bereits bei ca. 600-800°C flüssig. Das heißt wenn man die Pipettenöffnung zu lange zu nahe bei der Flamme hält, verflüssigt sich das Glas und verstopft den Eingang komplett. Es kostete mich viel Schweiß und noch mehr Zeit endlich eine etwas passende Methode zu entwickeln. Es ist nicht immer einfach den richtigen Durchmesser zu erreichen und so musste ich zahreiche nicht geglückte Versuche vernichten. Am Ende konnte ich jedoch schon das eine oder andere geglückte Exemplar stolz in die Box legen.
Am Nachmittag gingen wir in den Rattenstall. Obwohl ihr äußeres Erscheinungbild nicht gerade meinem Ideal ensprach konnten diese Tiere doch einen Teil ihrer inneren Schönheit zeigen: sie beißen nicht.
Außerdem sah in dort zum ersten mal Nacktmäuse. (Sehen komisch aus)

Mittwoch, 22. August 2007

  3.Tag :)

Gleich zu Beginn stellte ich gemeinsam mit Thomas eine Pufferlösung her. (-zum Aufbewaren der Augen) Dafür benötigt man eine hochgiftige Chemikalie mit der nur unter einem Abzug gearbeitet werden darf. Da unser Institut keinen solchen Abzug hat mussten wir in ein anderes Campusgebäude gehen. Nachdem unsere Mixtur endlich fertig war konnten die eigentliche Arbeit endlich beginnen. Ich durfte einigen Mitarbeitern beim Herausschneiden der Augen und der Leber zusehen. Anschließend wurden die Organe verpackt und verschickt. Nach dem Mittagessen fertigte ich ein paar Gelpads an und half beim Absetzen der Jungtiere. Die Jungtiere müssen nach ca. 3 Wochen von den Eltern getrennt werden und geschlechtsgetrennt in neue Käfige gebracht werden. Außerdem erhalten sie dann noch eine Nummer (die Zehner und die Einerstelle werden in die Ohren eingestanzt) und es wird ihnen die Schwanzspitze abgeschnitten oder einige Haare ausgerissen um damit später Untersuchungen durchzuführen zu können. Schwierig ist bei dieser Aufgabe vor allem der richtige Griff, denn man muss die Maus so fixieren, dass sie einen nicht beißen kann und außerdem benötigt man noch etwas Platz für die Zange. Fasst hätte mich eine Maus gebissen, doch glücklicherweise hat nur der Handschuh die Auswirkungen ertragen müssen.

Dienstag, 21. August 2007

  2.Tag :)

Gleich zu Beginn erhielt ich einen Dauerauftrag für jede Zeit in der ich nichts zu tun habe: Gels gießen. (Die Tiere brauche während dem Transport auch Wasser und weil man ihnen nicht einfach eine Flasche hineinstellen kann, bekommen sie ein Gelpad. (ähnlich wie Gelantine) - Ist einfach herzustellen, dauert aber lange.
Nachher durfte ich zum zweiten Mal bei einer Eispülung zusehen. Leider war der Erfolg genauso schlecht wie gestern. Kein einziger Embryo. (auch zu alte Mäuse)
Bis zum Mittagessen machte ich noch ein paar Gelpads.
Nach dem Essen durfte ich wieder zusehen. Diesmal beim Hirnentfernen: Nach dem Töten der Mäuse durch Genickbruch wird der Kopf einfach abgeschnitten um besser die Kopfhaut entfernen zu kommen und die Schädeldecke freizusetzen. Dann wird die Schädeldecke mit einer kleinen Schere aufgeschnitten und weggeklappt. Das freigelägte Gehirn kann nun in eine kleine Box gegeben und mit Hilfe von Stickstoff schockeingefroren werden. ... In einer Schachtel voll Trockeneis wurden diese dann nach Zürich transportiert.
Später war wieder umsetzen im Stall angesagt und zuletzt fertigte ich noch ein paar Gelpads an.

  1.Tag :)

Heute war mein erster Tag am Institut für Biomodelle und Transgenetik auf der Vetärinärmedizinischen Universität Wien.
Zu Beginn zeigte mir mein Betreuer Dr. Thomas Kolbe die Einrichtung und stellte mir ein paar seiner Mitarbeiter vor. Anschließend besuchte ich das erste Mal die Barriere. (So heißt die Abteilung in der sich der Tierstall und die dazugehörigen Räume befinden.) Was einen beim ersten Betreten etwas verwirrt, ist das komplizierte Schleusensystem. Doch das ist sehr wichtig, weil die Tiere ein schwaches Immunsystem haben und durch vom Menschen eingeschleppte Krankheiten alle sterben würde. Bestens geschützt besuchte ich schließlich gemeinsam mit meinem Betreuer die Tierställe. Er erklärte mir die verschliedenen Sicherheits- und Schleusensysteme und gemeinsam siedelten wir noch einige Mäuse um. Nach dem Mittagessen in der Mensa durfte ich Sabine bei einer Eispülung zusehen: Die Mäuse werden zuerst durch Genickbruch getötet und danach aufgeschlitzt. Anschließend werden die Eileiter und ein Stück des Uterus herausgeschnitten und in eine Nährstofflösung gebettet. Unter dem Mikroskop sucht man dann den Eingang zum Eileiter und spritzt etwas Nährlösung hinein => die Embryonen werden herausgespült. Leider waren unsere "Opfer" schon zu alt und trotz zuvor verabreichten Hormonspritzen konnten keine tauglichen Embryonen gefunden werden.
Zuletzt setzte ich noch ein paar Mäuse in neue Käfige.
Danach ging ich mit vielen Eindrücken und einigem neuen Wissen nach Hause.

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