Tag 2:
Auch der 2. Tag im Institut für Wissenschaftsforschung war von interessanten Erfahrungen und Erkenntnissen geprägt. Den Vormittag nutzten wir hauptsächlich, um so viel wie möglich über Nanotechnologie herauszufinden. Ich muss zugeben, dass ich davon noch nicht viel gehört hatte und noch überhaupt keine Idee davon hatte, was ich mir darunter vorstellen kann. Das Institut für Wissenschaftsforschung hat ein Projekt laufen unter dem Namen "Gegenwärtige Zukünfte. Über die Ko-Produktion von Nano und Gesellschaft im österreichischen Kontext". Hierbei wird erforscht, inwiefern sich die Bevölkerung mit dem Thema Nano auskennt oder befasst. Ein sehr interessantes Thema, weil es alltäglicher ist, als man denkt (Sonnencremen und ähnliche Produkte können Nanotechnologien enthalten), und man trotzdem (ich spreche jetzt von meinen Erfahrungen) eigentlich wenig darüber und über mögliche Schäden weiß.
Am Nachmittag führten wir schließlich eine lange Diskussion über das Thema Nano, mit besonderem Augenmerk auf gesellschaftliche Fragen wie z.B.: Wer bestimmt was geforscht wird? Darf die Öffentlichkeit mitbestimmen, ob, was und wann geforscht wird?Wer hat das Recht darüber zu bestimmen inwiefern es ok ist den menschlichen Körper zu verändern, verbessern oder zu manipulieren? Wer trägt das Risiko? Mit diesen Fragen und noch mehr haben wir uns heute beschäftigt. Es war äußerst interessant. Nun haben wir schon von zwei verschiedenen Projekten erfahren und es ist wahnsinnig spannend.
Tag 3:
Am Vormittag halfen wir ein Spiel (Decide) über Nanotechnologie zu verbessern. Das Spiel soll hauptsächlich zu Diskussionen anregen und ist besonders für Laien gedacht, die (so wie ich anfangs) nicht wirklich etwas mit dem Begriff Nanotechnologie etwas anfangen können. Bei dem Spiel erfährt man einerseits verschiedene Standpunkte von verschiedenen Grupen (Forschern, Medizinern, Unternehmer..), als auch interessante und wichtige Informationen über das Thema Nanotechnologie. Der Hauptteil des Spiels behandelt solche Fragen, wie wir sie gestern durchbesprochen hatten. "Wer darf entscheiden was geforscht wird?" "Hat die Öffentlichkeit ein Recht mitzubestimmen, oder ist es den Forschern und Politikern vorbehalten?" "Wer trägt das Risiko der Nanoforschung?" "Sollten wir uns nicht lieber auf Dritte-Welt-Länder konzentrieren, um den Unterschied auszugleichen, anstatt an etwas wie Nano zu forschen und damit den Unterschied nur größer machen?" Für mich waren das alles sehr interessante Fragen, über die ich vorher (außer gestern) noch nie großartig nachgedacht habe. Der letzte (und für mich spannendste) Teil des Spieles behandelt die Zukuft. Was glauben wir, wird in Zukunft geschehen? Wird die Nanotechnologie eine Revolution auslösen, oder wird die Gesellschaft oder die Kirche es unterbinden, bevor wir uns alle durch Nanotechnologie leistungsfähiger machen lassen? Bei den Zukunftsvisionen waren sowohl utopische, als auch distopische Ansichen zu finden.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde mir und der anderen Praktikantin je ein Interview (von einem Forscher und einem Politiker) zum Thema gegeben, sowohl als mp3-File, als auch als Word-Dokument. Nun war es unsere Aufgabe die abgetippte Word-Datei zu überprüfen. Ich finde das schwieriger als man denkt, denn manchmal kommt es vor, dass Interviewer und Interviewter gleichzeitig reden, oder sehr leise oder schnell oder manchmal undeutlich. Doch darüber hinaus war das Interview wieder äußerst Interessant (ich hörte/las über einen Forscher aus der Lebensmittelnanotechnologie, der über verschiede Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie im Lebensmittel bereich berichtete).
isabel.moser - 6. Aug, 10:21