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Katharina Lichtmannsperger
Letztes Update: 14:06 / 21.09.2010

Ich besuche derzeit die HLFS Ursprung und war schon bei mehreren Projekten dabei und bin einfach schnell begeistert für etwas Neues. :) Bin gern im Labor und in meiner Freizeit reise ich gerne...

Forschungsdokumentation

Freitag, 18. Juni 2010

  Persönliches / Eindrücke

Ich bin einfach begeistert von den ganzen Abeiten im Labor! Die Tatsache, dass ich endlich in einem "echten" Labor mit Wissenschaftlern arbeiten darf, ist einfach der Hammer! Ich bin mir sicher, dass ich in den kommenden Wochen noch sehr viel Neues lernen werde und viel zu erzählen hab!

  Probleme / Aufgaben

An jedem einzelnen Tag am Institut stehen neue Aufgaben für mich bereit. Auf ein paar werde ich jetzt näher eingehen:
Am wichtigsten am Institut sind natürlich die Labormäuse und alles was mit ihnen zutun hat.
-> Eine meiner Aufgaben ist es die Tierpfleger bei ihrer Arbeit in den Ställen zu unterstützen. Die Käfige, in denen die Mäuse sitzen, gehören wöchentlich ausgetauscht, die Mäuse werden „umgesetzt“. Täglich werden die Ställe überprüft, ob genug Wasser und Futter vorhanden ist. Heute haben wir auch viele Tiere abgesetzt, sprich die Jungtiere von der Mutter getrennt. Diese Tätigkeit fällt jede Woche min. einmal an. Die von der Mutter getrennten Tiere werden auch mit einer Ohrkennzeichnung markiert, um Verwechslungen auszuschließen. Ebenfalls wird den Mäusen eine Gewebeprobe entnommen, 1-2 mm vom Schwanz werden abgeschnitten, die dann im Labor analysiert wird.
-> Wo ich mich auch schon öfter versuchte, war das herauspräparieren verschiedenster Organe. Die erste Schwierigkeit war es, die gesuchten Organe zu finden. Ich wusste zum Beispiel nicht, wo sich ein gewisser „nervus opticus“ befindet, doch mir wurde alles genau erklärt und dann war’s gleich nicht mehr schwer!

  Methoden / Experimente

Vorbereitung auf die Mikroinjektion:
Spendertiere:
Die Tiere werden schon vor der Verpaarung mit dem Männchen in Sicht- und Geruchkontakt gebracht, um diese zu stimulieren. Eine Woche vor der tatsächlichen Mikroinjektion werden die Tiere mit einem Hormon gespritzt, dass eine Superovulation auslöst. Dh: Es werden mehr Follikel abgegeben als normal. Zwei Tage später wird den Tieren noch eine Stimulationsspritze injiziert. Dann werden die Spenderweibchen zu den Böcken gesetzt und man hofft auf eine erfolgreiche Verpaarung.
Ammen:
Die Ammen werden vor der Implantation mit sterilen Böcken zusammengesetzt. (Das ist auch der Grund warum wir immer wieder vasektomieren.)Wenn diese dann das Weibchen besprungen hat, startet der Hormonzyklus, der dem Körper das Zeichen gibt: „He ich wurde besprungen und bin jetzt trächtig“. Wenn dann die Implantation der transgenen Embryonen erfolgt, muss also die Amme mit ihrem Hormonzyklus auf das Embryostadium abgestimmt sein. Das heißt, der Embryo muss im Muttertier in das richtige Milieu an Hormonen kommen, sonst wird dieser sich nicht einnisten.



Mikroinjektion:
Es werden Embryonen von Tieren gewonnen, die sich am Tag 1,5 in der Trächtigkeit befinden. Durchschnittlich verwendet man ca. 10 Spendertiere. Aus den Spendern präpariert man die Eileiter heraus. Diese werden anschließend mit einer Spritze mit Kanüle gespült. Je nachdem, ob man Glück hat oder nicht, gewinnt man pro Spendertier ca. 10 vitale, sprich brauchbare, Embryonen. Es sind oft mehr vorhanden, aber die, die sich nicht gut entwickelt haben, werden sofort ausgemerzt. Es gibt auch Eizellen, die gar nicht befruchtet worden sind, diese werden natürlich auch verworfen.
Danach wird in den Vorkern der Embryonen, mittels dem Mikromanipulator, eine Lösung injiziert, die die gewünschte DNA Sequenz enthält. Man hofft, dass die DNA eingebaut wird. Überprüft, ob die DNA eingebaut worden ist oder nicht, wird das dann erst im Labor, wenn die Jungen auf der Welt sind.
Danach werden die Ammen im OP Labor auf die Embryoimplantation vorbereitet. Nach der Ausbeute an Embryos richtet sich auch die Anzahl der Ammen, die gebraucht werden. Pro Amme werden ca. 8-15 Embryos eingefügt. Die Tiere werden in Narkose gelegt und mit einem Schmerzmittel gespritzt, dass die Mäuse zwei Tage lang gar keine Schmerzen verspüren lässt. Es werden nur zwei kleine Schnitte am Bauch, links und rechts, gemacht. Die Embryonen werden mittels einer sehr feinen Glaskapillare in den Eileiter eingesetzt. Verschlossen wird die Wunde in der Bauchhöhle mit einer ganz normalen Naht, die Öffnung an der Haut wird mit einer Klammer geschlossen. Die Mäuse wachen nach ca. 20 min wieder auf !
Das Ergebnis, ob man gut gearbeitet hat, sieht man dann nach 18 Tagen, wenn die Jungtiere auf die Welt kommen!

  Diskussion / Auswertung

Zurzeit gibt es bei den Mikroinjektionen negative Auffälligkeiten. Denn normal bekommt man pro Injektion doch einige Tiere. Derzeit werden nur durchschnittlich wenig Ammen trächtig bzw haben einen kleineren Wurf als normal. Wir sind am rätseln, ob die Raumtemperatur einen negativen Einfluss auf die Trächtigkeitsrate haben könnte, jedoch könnten auch Fehler bei der Injektion aufgetreten sein. Dies ist aber so gut wie unmöglich, da es sich um drei Experten handelt, die immer bessere Ergebnisse hatten als zurzeit!


Heute haben wir uns wieder mit dem kniffeligen Problem rund um die fehlgeschlagenen Mikroinjektionen beschäftigt. Wir haben einige Daten bei den sterilen Böcken erhoben, um diese vielleicht für die Umstände verantwortlich zu machen. Erhoben haben wir Daten wie zB.: Geb. Datum, den ersten "Deckeinsatz" (hierbei soll die Amme scheinträchtig gemacht werden), positive Einsätze usw.
Festgestellt haben wir, dass manche Böcke eliminiert werden, da diese zu schlechte Deckergebnisse bringen. Jedoch das wahre Problem rund um die Mikroinjektion liegt wahrscheinlich bei den Ammen!
Ich habe auch Raumtemperaturen und Luftfeuchte in den einzelnen Ställen auf dem Computer festgehalten und werde noch Diagramme erstellen, um die Schwankungen gut zu erkennen. Mal schauen was sich bei dieser Auswertung dann ergibt!

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