19:40 / 11.08.2008
Auf unserem Tagesprogramm stand heute die Untersuchung von Proteinen. Wir wollten uns die Proteinkomplexe innerhalb einer Zelle anschauen.
Genauer gesagt will Paul herausfinden, wie sich die Proteininteraktion aufgrund eines Stimulus (Antikörper) verändert. Der Versuch wird morgen weiter geführt. Hier eine kurze Versuchsdurchführung:
In je 6 Eppis befinden sich ca. 1 Million Zellen. Die Zellen (es handelt sich um eine menschliche Zelllinie) weden lysiert, das heißt aufgebrochen, so dass die Proteine und die DNA nun frei in einem vorher zugegebenem Puffer umherschwimmen. Nachdem man die Lösung abzentrifugiert hat, pipettiert man den Überstand (der die Proteinen enthält) ab und gibt ihn in ein neues Eppi. Beim Zellpellet, das während der Zentrifugation entstanden ist, handelt es sich um "Zellfetzen" (Zellbestandteile, Zellmembranen,...). Doch diese sind nicht von Interesse. Nun bestimmt man die Proteinkonzentration mittels der "Bradford"-Methode. Man muss die Konzentration der Proteine für die nachfolgende "Blue native Polyacrylamid Gelelektrophorese" wissen, damit man in jeden Slot die gleiche Menge an Proteinen gibt. Die Zelllysate (mit den Proteinen) aus den je 6 Eppis werden mit Glycerol und Coomassie Blue gemischt und dann in je 6 Slots hineinpipettiert. Glycerol ist ein Alkohol, der sehr viskos und daher schwer ist. Er sorgt dafür, dass die Proben genug "schwer" sind, um in die Slots "hineinzusinken". Coomassie Blue ist ein blauer Farbstoff. Eine Spannung wird angelegt und die Proteine wandern bis morgen bei Zimmertemperatur durch das Gel.
Weiters durfte ich heute wieder 3 Zelllinien splitten. Der Sinn des Splittens ist es, dass die Zellen, die sich im Medium vermehrt und gewachsen sind und daher auch das Medium "verbraucht" haben, wieder genug Platz und Nährstoffe in einem frischen Medium haben. Man "splittet" die Zellen auf (in einem beliebigen Verhältnis) und gibt einen Teil der Zellen in ein frisches Medium. Die restlichen Zellen sind nicht mehr zu gebrauchen und wandern daher in den Müll. Hierzu eine wichtige Bemerkung: es gibt 2 Arten von Müllcontainern. Abfall, der nicht mit irgendwelchen Zellen, Chemikalien oder etwas Bioglogischem kontaminiert ist, wandert in den "normalen Müll". Kontaminierter Abfall muss autoklaviert werden. Ein Autoklav sterilisiert die Laborutensilien (Tubes, Pipetten, Zellkulturflaschen etc.). Zu diesem Zweck gibt es im Institut einen eigenen "Reinigungsraum".
Die Apparatur für die BN-PAGE durfte ich auch zusammenbauen. Es hat geklappt! Das Gel ist unten nicht durchgeronnen.