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Lisa Panis
Letztes Update: 17:06 / 26.09.2008

Hallo ich heiße Lisa und komme aus Wr. Neustadt (NÖ). Als frischgebackene Maturantin weiß noch nicht so ganz, welche Uni ich unsicher machen soll. Daher habe ich mich für ein Laborpraktikum entschieden weil ich sehr an Naturwissenschaften interessiert bin und schon immer mal wissen wollte, wie es in einem Labor so zugeht. Wer weiß, vielleicht werden ich ja auf diesem Weg meinen Traumberuf finden. Schöne Grüße an alle Mitpraktikanten !!!

Dienstag, 1. Juli 2008

  Persönliches / Eindrücke

8.September 2008 ERSTER TAG

Voller Erwartungen habe ich heute mein Praktikum an der IFA (interuniversitäres Department für Agrarbiotechnologie) begonnen und war schon gespannt was mich wohl erwartet. Nach einem längeren Fußmarsch fand ich dank der guten Wegbeschreibung ziemlich bald das Institut.

Hier beschäftigen sich die Wissenschaftler mit verschienen Projekten, die sich um Pflanzenzüchtungen und deren Resistenz gegen bestimmte Krankheiten drehen.
Meine Gruppe arbeitet mit unterschiedlichen Weizenarten und will herausfinden warum manche gegen eine bestimmte Krankheit resistent sind und andere nicht. Resistent bedeutet in diesem Fall aber nicht, dass diese Krankheit bei den Pflanzen nicht vorkommt, sie erscheint nur erheblich seltener als bei krankheitsanfälligen Pflanzen.

Bewaffnet mit einem Laborkittel stürzte ich mich nun voller Tatendrang in meinen ersten Arbeitstag.
Ich durfte meiner Betreuerin namens Katharina bei der DNA-Extraktion über die Schulter schauen, was sehr interessant war. Genaueres dazu findest du unter Methoden/Experimente.

Das Forschungsteam mit dem ich zusammenarbeite ist sehr nett und immer bereit meine Fragen zu beantworten. Überrascht war ich, dass so viele ausländische Wissenschaftler hier arbeiten. Da gibt es zum Beispiel eine Chinesin, eine Thailänderin, eine Rumänin und einen Palistinänser. Glücklicherweise wird auf richtige Grammatik nicht geachtet, jedoch sind die vielen verschiedenen Akzente der Forscher schwer zu verstehen.

Nach dem Mittagessen in der Kantine des benachbarten Krankenhauses (was besser war als ich dachte) bekamen wir endlich selbst etwas zu tun. Das Zuschauen am Vormittag war zwar sehr interessant, aber es juckte mich schon in Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie) in Tulln begonnen. Während der Zugfahrt von Wien nach Tulln war ich schon ziemlich gespannt was den Fingern etwas selbst machen zu können.
Ich musste Pflanzenproben in vorbereitete Eprouvetten füllen und dazu 8 Metallkügelchen. Diese Kügelchen haben den Zweck die Pflanzen zu zermahlen. Dafür ist eine eigene Maschine notwendig, die die Eprouvetten ordentlich schüttelt, damit die schweren Kügelchen die Pflanzen zermahlen können.

Im Großen und Ganzen war mein erster Arbeitstag sehr informativ und ich habe nun einen ersten Eindruck, wie der Alltag in einem Labor so aussieht. Eigentlich deckt sich das meiste mit meinen eigenen Vorstellungen. Schade finde ich, dass man nur sehr wenig Kontakt mit seinen Arbeitskollegen hat und meistens allein arbeitet. Dafür lernt man aber Menschen aus jedem Teil der Welt kennen, da ja fast täglich neue Forscher kommen und gehen.

9.September 2008

Heute war es eher enttäuschend für mich, da ich den ganzen Tag über nichts zu tun bekam sondern nur zuschauen durfte. In der Früh setzte Kathrin die gestern begonnene Extraktion der DNA fort. (genaueres dazu unter Methoden/Experimente).

Danach kamen wir zu einer anderen Forscherin , die gerade eine PCR (polymerase chain reaction) durchführte. Dieser Vorgang dient zur Vervielfältigung einzelner DNA-Stränge, um diese dann besser sehen zu können. Wie so eine PCR genau abläuft erfährst du in Methoden und Experimente.

Danach wurden wir noch Zeugen einer PCR-Puffer-Herstellung. Dieser Puffer beinhaltet die für die PCR notwendigen Primer, die einzelnen Basen und die Taq-Enzyme.
Nach dem Mittagessen hatten dann auch die anderen nichts mehr zu tun und schickten uns deshalb bald nach Hause.

10. September 2008

Heute habe ich bei einer Gelelektrophorese zugeschaut. Näheres dazu unter Methoden/Experimente.

Nach diesem Verfahren entsteht am Computer ein Bild mit verschiedenen DNA Bahnen. In einer Bahn befinden sich jeweils 8 Proben von verschiedenen Pflanzen. Probe 1,3,5 und 7 sind mit dem Pilz infiziert, Probe 2,4,6 und 8 nicht. Bei der Auswertung suchen die Forscher nach besonderen Merkmalen, die bei den infizierten Pflanzen auftreten. Wenn sie eine interessante Sequenz gefunden haben, schneiden sie diese heraus.

11. September 2008

An diesem Tag haben wir wieder DNA extrahiert. Dieses Mal habe ich sogar ein kleines bisschen mithelfen dürfen. Als die DNA in der Eprouvette schon sichtbar war, durfte ich sie herausfischen. Dazu benutzte ich einen Glasstab mit Widerhaken. Danach folgte die Herstellung eines Gel für die Gelelektrophorese. Ich pipettierte die verschiedenen Zutaten des Gels in einen Behälter und goss das Gemisch zwischen 2 Glasplatten. Das war nicht so einfach da das Gel nur 0,2 mm dick sein durfte und keine Luftblasen haben darf. Mit ein bisschen Hilfe schaffte ich es aber ohne gröbere Zwischenfälle.
Danach füllte ich, wie bereits am esten Tag, Pflanzenproben vom Säckchen in die Eprouvette.
Das wars eigentlich im Großen und Ganzen.

15 Septembber 2008

Diese Woche begann wieder mit einer DNA- Extraktion, diesmal aber nur mit mäßigem Erfolg. Als wir versuchten die DNA herauszufischen, war sie oft so schleimig, dass das nicht möglich war. Aber es kann ja nicht jeden Tag einwandfrei funktionieren.

16 September

An diesem Tag lernte ich neben der normalen Laborarbeit, auch die Gärtnerei kennen (genannt Groblabor). Dort half ich Weizenkörner von bestimmten Züchtungen einzupflanzen. Dr. Bürstmayr erklärte , dass Weizen ein Selbstbefruchter ist, was auf die meisten Kulturpflanzen zutrifft. Mendel machte seine Versuche mit Erbsenpflanzen, die sich ebenfalls selbst bestäuben, deswegen meinte er, dass die Mendel´schen Gesetzte nur für Selbstbestäuber gelten. Er arbeitet mit der Weizensorte "Durum" (nicht Dürum) die man für die Nudelproduktion verwendet. "Durum" ist sehr anfällig auf Fusarien (siehe Glossar) und es gibt weltweit keine Sorte, die annähernd resistent ist. Bei diesem Weizen ist der Ertrag nicht sehr hoch, jedoch erhält man eine sehr hohe Nudelquälität. Deshalb kommt fast die ganze Ernte direkt in die Nahrungsmittelproduktion. Bei "normalem" Weizen wandern viele Anteile in die Tierfutterproduktion.
Fursarien bilden mit der Zeit ein Gift, das dann folglich auch in den Nudeln enthalten ist. Durum wird vorallem für die Herstellung von Vollkornnudeln verwendet, die ja ansich sehr gesund sein sollen. Doch ein Professor untersuchte ein paar Nudeln aus dem Supermarkt auf Fusariengifte und seit dem isst dieser Professor keine Vollkornnudeln mehr....
Danach half ich noch ein bisschen der Gärtnerin. Ich füllte Töpfe mit Erde und brachte sie ins Glashaus. Dort gibt es eine Bananenpalme, die sogar Bananen trägt. Leider kann ich keine kosten, weil sie noch nicht reif sind.

18. September

Heute haben wir die letzten DNA Extraktionen durchgeführt. Wir hatten leider viel Ausfall....
Heute war ich auch live bei einem Feueralarm dabei. Plötzlich fing eine Sirene ohrenbetäubend an zu heulen. Ich hatte natürlich keine Ahnung was das zu bedeuten hatte, da ich zu diesem Zeitpunkt allein im Raum war. Beunruhigt ging ich auf den Gang hinaus, dabei hielt ich mir die Ohren zu. Dort kam mir seelenruhig ein Mitarbeiter entgegen (er hielt sich ebenfalls die Ohren zu) und erklärte mir, dass das ein Probe-Feueralarm sei. Später stellte sich dann aber heraus, dass es kein Probealarm sondern ein Fehlalarm war. Alles im allem ein aufregender Tag :)


22. September 2008

Heute lernte ich die Projektleiterin Lydia kennen. Mit ihr haben wir ein Agarosegel hergestellt, mit dem man die Qualität der DNA feststellen kann. Dazu verwendeten wir Ethidiumbromid, einen krebserregender Stoff. In Geltaschen haben wir dann die Proben gegossen und den Strom eingeschalten. Nach einer halben Stunde legten wir das Gel unter einen UV-Strahler und bekamen mehr oder weniger schöne DNA-Bahnen zu sehen. Das wars auch schon für heute.


24. September

Heute haben wir wieder Saatgut ausgelegt (=angepflanzt). Dazu verwendeten wir aber nur jene Körner, bei denen die DNA Extraktion nicht geklappt hat. Das waren aber trotzdem ziemlich viele... Danach mischte ich noch höchstpersönlich einen Mastermix, der für die PCR benötigt wird.

26. September

Letzter Tag! Heute haben wir Saatproben zum Verschicken in Säckchen gefüllt. Weiters haben wir eine Lieferung Weizenähren aus der Schweiz bekommen und diese verarbeitet. Dazu mussten wir die Ähren händisch dreschen, das heißt die Körner selbst herausfitzeln (mir fällt keine bessere beschreibung ein, ich hoff jeder kennt sich aus..).
Alles in allem waren die 3 Wochen bei der IFA sehr interessant. Ich habe viel neues erfahren und gelernt und bin wirklich froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Meine Betreuerin war auch sehr nett und immer bemüht uns unsere Fragen so ausführlich wie möglich zu beantworten (was manchmal gar nicht so leicht war). Trotz all dieser positiven Erfahrungen möchte ich später nicht in einem Labor arbeiten. Ich finde man ist doch sehr isoliert während der Arbeit, da man natürlich hauptsächlich allein tätig ist. Auch die Belüftung und Klimaanlage (die natürlich wegen der Dämpfe notwendig ist) habe ich nicht so gut vertragen und mir war ständig kalt, auch mit der dicksten Weste. Trotzdem bin ich aber sehr froh darüber, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, in die Laborarbeit hineinschnuppern zu dürfen, da ich nun um ein paar Erfahrungen reicher bin.

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