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Lisa Tan
Letztes Update: 22:38 / 24.08.2010

  Persönliches / Eindrücke

Hier findest du Platz für deine Forschungsdokumentation.
lisa.tan - 9. Aug, 21:27

Mein erster Tag

Nicht ganz ausgeschlafen ging es heute zur JKU... Gespannt und ein wenig nervös (da ich noch nie auf der Uni war!) machte ich mich auf den Weg dorthin. Nach einer brisanten Liftfahrt war ich im 10.Stock angekommen und machte mich mit meinen Kollegen bekannt. Ich wurde sehr herzlich begrüßt und ich durfte sofort mitmachen.

V1.) GENETISCHER FINGERABDRUCK:

Wie man es aus CSI kennt, machte ich zuerst einen Mundhöhlenabstrich um nachher einen DNA-Locus zu analysieren. Die Anderen brachten MHAs (Mundhöhlenabstriche) ihrer Eltern/ Geschwister (oder auch ihrer Katze) mit.

Nachdem ich meine DNA gründlich auf das Wattestäbchen auftrug und ins „Eppi“ gab, füllte ich 1,5ml PBS (=Phosphatgepufferte Salzlösung) dazu um alles gut zu vermischen. Der nächste Schritt war das Zentrifugieren, um damit ein kleines Pellet aus meiner DNA zu erhalten. Nun musste wir den Überstand abpipettieren, ohne jedoch das Pellet mit aufzusaugen und in ein neues „Eppi“ einzutauchen.

Als dies fertig war, erhitzten wir alle Proben auf 95°C um die Doppelstränge der DNA voneinander zu lösen. (Nun hatte ich meinen Biologie-Unterricht vor meinem inneren Auge, da wir uns in der 8.Klasse sehr intensiv mit der Genetik befasst hatten und vor allem mit der DNA Replikation, waren mir einige Ausdrücke bekannt.) Das Arbeiten und Forschen im Labor jedoch, ist im Gegensatz zur reinen Theorie noch viel spannender.

Wie schon bereits erwähnt haben wir die DNA-Probe (Speichel) in Fragmente aufgespaltet, und danach mittels PCR (=Polymerase-Kettenreaktion) vervielfältigt. Die vervielfältigten Fragmente wurden nun anschließend durch Gelelektrophorese getrennt. Diese Anordnung der DNA-Fragmente nennt man DNA-Fingerabdruck.

V2.) BAKTERIENTRANSFORMATION:

Da wir DNA-Sequenzen analysierten, mussten wir Vektoren (genauer gesagt Plasmide)
klonieren. Dazu wurden Vektor und DNA-Fragment mit geeigneten Restriktionsenzymen
geschnitten und mit Hilfe der DNA-Ligase (=Enzyme) verknüpft.

Damit wir diese "rekombinanten Plasmide" vermehren konnten, um sie genauer zu untersuchen, mussten wir sie in Bakterienzellen einschleusen (= transformieren).

Eine Transformation ist nichts anderes als die Aufnahme von freier DNA (Plasmide) in eine Bakterienzelle, d.h. die Übertragung genetischer Information mittels reiner DNA. Aus den wachsenden Bakterien können diese Plasmide dann isoliert werden und die eingebaute DNA (= Insert) genauer untersucht werden.

Ich bin schon sehr gespannt auf den morgigen Tag und freue mich schon auf die Ergebnisse.
lisa.tan - 18. Aug, 22:38

Meine Güte, man lernt nie aus =)

Heute schickten wir bestimmten Proben, die den Kontrollverdau positiv überstanden haben - sprich ein Insert enthielten - nach Wien um diese zu Sequenzieren (=Bestimmung der Nukleotid-Abfolge in einem DNA-Molekül)

Ligation:

Bevor wir mit den Stim Fragmente 1 L(373,376)S und 4 L(373,376)S eine Ligation durchführten, bestimmten wir noch die Konzentration der beiden Proben C1= 49ng/µl C4=53ng/µl.

Nachdem das geklärt war, vermengten wir der Größe nach zuerst die 3µl Lig 2x mit 1µl YC Vektor, 1 µl Insert und 1µl T4 Ligase, um alles ca. 20 min auf Raumtemperatur rasten zu lassen.

Transformation:

6µl Lig-zusatz + Bac
20’ auf Eis
2’ 42°C
3’ auf Eis und fügten dann 400µl LB Medium hinzu
Schlussendlich gaben wir die befüllten Eppis in den Inkubator (37°C) und ließen alles durchschütteln.

Mein Betreuer erklärte nochmals den ganz genauen Vorgang der momentanen Ligation und Transformation. Ich erfuhr z.B. dass manche Menschen an eine Immunschwächekrankheit leiden, da sie anstatt des Codon CGG (also Arginin) TGG (=Thryptophan). Also nur aufgrund einer (!) einzigen Base… und meist im Kindesalter sterben, da ihr Immunsystem, besser gesagt die T-Lymphozyten geschwächt sind und keine Signale an die anderen Lymphozyten schicken können. Diese wiederum wissen deshalb nicht wissen was sie machen sollen...
lisa.tan - 23. Aug, 22:55

Mein Ruhetag

Ich kam heute wie jeden Tag um 9 Uhr in die Uni… Unglücklicherweise habe ich heute erfahren, dass mein Betreuer sich verletzt hat und nicht kommen konnte.

Deswegen hatte ich auch Zeit eine Bachelorarbeit und ein Buch durchzulesen und einiges, das ich in den letzten Wochen gelernt habe, zu vertiefen und um es zu wiederholen. Heute schrieb ich auch weiter an meinem Protokoll.
lisa.tan - 24. Aug, 22:38

Mein aller letzter Tag

So heute war es soweit, nach drei interessanten, sehr lehrreichen und spannenden Wochen, war mein letzter Tag an der JKU gekommen. Einerseits war ich ein wenig traurig, da mich der Labroalltag wirklich von Tag zu Tag immer wieder überraschte, andererseits auch froh, da nun meine Sommerferien so richtig beginnen und ich auch mal wieder so richtig ausschlafen kann.

Ich möchte mich bei allen Betreuern der JKU und Kollegen für ihre Unterstützung bedanken und wünsche allen die erst anfangen oder noch "arbeiten" müssen VIEL ERFOLG und GLÜCK und den Rest noch wunderschöne und erholsame Ferien!!!!!!!!!!!!!!!!
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Zuletzt aktualisiert: 24. Aug, 22:38

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