15:07 / 09.07.2009
Auch heute durften wir uns wieder sehr körperlich einsetzen im Labor. Gleich am Morgen durften wir die Platten cleaven (= Man bringt die oberste Schicht, oder die oberen Schichten, falls man noch nicht so geübt ist :D herunter und macht somit die Oberfläche so glatt wie möglich).
Als nächstes durften wir auch schon eine heiklere Arbeit machen. Wir durften die Spitzen in Chlorophorm waschen. Dies passierte bei mir natürlich, wie kann es auch anders sein, nicht ohne Probleme. Ein kleiner, unschuldiger Chip wurde kaltherzig von mir ermordet, nein, er ist mir aus der Pinzette gerutscht und halt kaputt gegangen :D Es war aber nicht weiter schlimm, Martina (unsere Betreuerin für vor allem diese Woche) hatte ja schon damit gerechnet und uns 1-2 kaputte Chips gestattet.
Wir trockneten die Spitzen und brachten sie anschließend sicher in einer Petrischale, die mit Parafilm ausgekleidet wurde unter.
Jetzt folgte die gleiche Prozedur wie gestern (siehe Blog vom 08.07.09-Tag 3)
Sehr aufregend war heute der Ausflug ins Chemielabor. Am Anfang der Woche hatten wir uns kurz mit Philipp unterhalten und er fand uns anscheinend ganz nett :D Er bat uns an, eine NMR kennenzulernen. (NMR = Nuclear Magnetic Resonance -> Strukturanalyse eines dargestellten Moleküls)
Außerdem machte er uns noch ein Programm für Montag - ja wir werden am Montag einen weiteren Einblick in die Welt der organischen Chemie bekommen. Obwohl uns auch AFM mittlerweile sehr Spaß macht, ist das wohl eine gelungene Abwechslung. :)
Also, unser Programm:
• Aufreinigung von BSA und Avidin mittels Gelchromatographie (Auftrennung nach Proteingröße), Ziel ist Abtrennung von Proteinaggregaten und Proteindimeren um reine Proteinmonomere zu erhalten
Außerdem bekamen wir einige grundliegende Informationen über das Projekt, an dem Philipp gerade arbeitet:
• Kurze Vorstellung des NABIOS-Projekts (Nanostructured and biofunctionalized Surfaces), Ziel des Projekts ist unter anderem die Generierung von nanometergroßen Rezeptorsspots zum Fangen von Viruspartikeln (Human Rhinovirus serotype 14, gängiger Schnupfenvirus, Hauptverursacher normaler Erkältungen)
• Weiteres Projektziel: Simulation menschlicher Immunabwehr (Erkennung von körperfremden Pathogenen bzw Fremdkörpern, Immunabwer wird nur aktiviert, wenn Pathogen von IgG-Antikörpern vollständig umringt ist)
Am Ende durften wir noch beim Einfüllen von Stickstoff (N) zusehen, was auch sehr spannend war. Genau so viel Rauch wie in der Disco- nur die laute Musik und die Hitze fehlten :D
Ja, das war im Großen und Ganzen der Tag.
Was ich heute gelernt habe:
Lektion 1: Man kann Männer sehr leicht manipulieren. (Danke, Anita :D )
Lektion 2: Man kann nichts erzwingen, oft muss man lange warten.
Lektion 3: Das Leben ist hart, aber ungerecht! (Hier ein Dankeschön an unsere Poeten, Felix :p)
Also, bis dann :)
(Fotos kommen bald, schreibe aber meistens in der Uni den Blog, wo sich das wohl als etwas schwieriger gestaltet.. )