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Martin Riesenhuber
Letztes Update: 22:20 / 15.09.2010

Mittwoch, 15. September 2010

  1. Beitrag: Woche 1

Ich heiße Martin Riesenhuber und durch die GEN-AU Summerschool bin ich für den Monat September an das Institut für Molekulare Biotechnologie (kurz IMBA) in Wien "weitervermittelt" worden.

Meine Betreuerin heißt Mag. Dr. Arabella Meixner, Leiterin der Abteilung für Stammzellenforschung. Weiters habe ich eine Kollegin, Bettina Proprotnik. Gemeinsam tauchen wir in die Welt der Genetik ein:

Als HAK-Absolvent hab ich zwar nicht so eine intensive Vorbildung in Biologie/Chemie (obwohl unsere BIO-Professorin spitze war), hab mir aber via Selbststudium selber viel Wissen angeeignet. Wissen, dass ich jetzt dringend benötige.

Meinen Blog möchte ich laientauglich gestalten!!!

Grundsätzlich ist Arabella immer an unserer Seite. Sie arbeitet die Ansätze aus, erklärt sie uns und wir setzen diese um. Jeden Schritt, den ich mache, kann ich dann auch wiedergeben. Ich weiß, warum ich jetzt z.B. diesen Puffer ins Eppi hineinpipettiere und was er bewirkt.

Wie gesagt arbeite ich im Stammzellenlabor.
Bekanntlich gibt es ja viele verschiedene Zellarten im menschlichen Körper: Hautzelle, Nervenzelle, Herzmuskelzelle usw. Alle haben aber ihren Ursprung in den wenigen Zellen direkt nach der Befruchtung der Eizelle, denn diese beinhaltet natürliche embryonale Stammzellen. Diese Stammzellen vermehren sich und differenzieren im Laufe ihrer Entwicklung aus: Sie werden eben zu Hautzellen, Nervenzellen etc. und formen so den fertigen Menschen. Diese stellt man jetzt künstlich her, indem man fertig ausdifferenzierte Körperzellen (meist Bindegewebszellen) in den Zustand der Stammzelle rückführt. Wie gesagt kommen embryonale Stammzellen in den jungen Embryonen natürlich vor. Jede Stammzelle enthält die gesamte "Bauanleitung" für den menschlichen Körper. (= DNA) Differenziert jetzt eine Stammzelle in z.B. eine Bindegewebszelle aus, braucht sie nicht mehr zu wissen, wie z.B. eine Nervenzelle arbeitet. Dieser Teil der DNA, wo gespeichert ist, wie eine Nervenzelle arbeitet, wird stillgelegt, als würden Seiten in einem Buch verklebt werden. Durch verschiedene Chemikalien wird eine ausdifferenzierte Körperzelle so bearbeitet, dass alle Informationen wieder verfügbar sind: eine Stammzelle.

Eine fertige Stammzelle kann gentechnisch manipuliert werden und in eine Blastozyste (befruchtete Eizelle) eingesetzt werden. Es wächst der gentechnisch veränderte Organismus. So kann man z.B. Mäuse klonen. Es können viele Klone hergestellt und untersucht werden.

Ein Beispiel aus der Praxis:
Das Gen MKK7 ist für Entzündungsreaktionen im Körper der Maus zuständig. Durch die Manipulation von Stammzellen kann dieses Gen abgeschaltet werden. Es laufen also Mäuse mit fehlendem MKK7-Gen vom Band. Es wird eine Entzündung hervorgerufen und getestet, ob die Entzündung bei Mäusen ohne das MKK7-Gen weniger aggressiv verläuft.

Alles natürlich leichter gesagt als getan. Alleine das züchten von Stammzellen ist ein extrem aufwendiger Prozess. Aufwendig, aber machbar. Ein Grundsatz aus der Volkswirtschaft besagt: Es wird alles gemacht, was machbar ist. Und gemacht wirds im Institut für Molekulare Biotechnologie - und ich live dabei.

summerschool.at | gen-au labor blogs

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