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Martin Santa Maria
Letztes Update: 16:53 / 23.07.2009

Donnerstag, 23. Juli 2009

  Experimente

Es folgt nun insgesamt der dritte Eintrag in meinen persönlichen Blog. Zuerst mal wieder etwas zu unseren Experimenten mit der CE. Rainer (mein Arbeitskollege) hat zu Beginn der Woche einen Bericht schreiben müssen, dadurch hatte ich die Möglichkeit allein einfache Versuche durchzuführen. Ich bekam alte Proteinstandards und sollte durch das CE ihre Menge in der Probe feststellen. Leichter gesagt als getan. Das erste Problem war, dass ich eine neue Kapillare zuschneiden und einspannen musste. Das Zuschneiden war noch das geringere Übel, doch das Einspannen war eine Herausforderung. Die Kapillare hat ungefähr einen Durchmesser von 30 μm und ist dadurch schwer zu handhaben und sehr zerbrechlich. Das mit dem Zerbrechlich könnt ihr mir glauben, denn nicht um sonst musste ich 10Mal von vorne anfangen. Mit der Zeit ein bisschen frustrierend. Nach 2 Stunden erbarmte sich Rainer und half mir. Bei ihm dauerte die ganze Prozedur nur 5 Minuten, was mein Selbstwertgefühl nicht gerade steigerte. Danach machte ich mich ans Messen. Stefan (ein weiterer Arbeitskollege, der jetzt bald mit seiner Dissertation fertig wird) gab mir ein paar Standards und wies mich noch auf ein paar Gefahren hin, die meine Messung stören könnten. Voller Motivation und
Ehrgeiz begann ich nun mein Unterfangen, doch spätestens bei der ersten Messung wurde ich von der Realität eingeholt. Das CE zeigte entweder keine Peaks an oder gleich so viele, dass ich nie in der Lage gewesen wäre einzelne Standards zu erkennen. Nachdem Stefan meine Messergebnisse gesehen hatte, schaute er mich prüfend an und fragte mich, ob ich alle seine Ratschläge befolgt hätte, doch konnte ich mich an gewisse Pflichtvorbereitungen nicht mehr ganz erinnern. Das Resultat war, dass ich alles noch mal machen musste, einen neuen Puffer herstellen und eine neue Kapillare zuschneiden. Diesmal stellte ich mich ein bisschen besser an bei der Kapillare, doch mussten abermals einige zu Bruch gehen, bevor eine zu passen vermag. Die zweite Testreihe war auch nicht gerade erfolgreich, doch konnte man ab und zu einzelne Peaks erkennen. Gestern und heute arbeite ich nun wieder mit Rainer zusammen. Rainer hat einige Blutserumproben bekommen, die alle durch die CE analysiert werden müssen. Eigentlich weiß man schon das Krankheitsbild der einzelnen Proben, doch dienen die Messdaten dazu ein Programm zu entwickeln, das unbekannte Blutserumproben automatisch analysiert und sofort ein Krankheitsbild ausspuckt. Jede einzelne Probe wird mindestens dreimal getestet, dass heißt viele Messläufe müssen durchgeführt werden. Eine wahnsinnige Arbeit, aber Rainer nimmt es in Kauf, denn dieses Projekt ist das Thema seiner Diplomarbeit.

Freitag, 17. Juli 2009

  Aufgaben der ersten Woche

Die erste Station meines Praktikums ist die CE (Kapillarelektrophorese). Wichtig für diese Aufspaltungsform ist, dass geladene Partikel und Moleküle unterschiedlich schnell in einem elektrischen Gleichstromfeld wandern. Dadurch können besonders gut Makromoleküle analysiert werden. Nach einer kurzen Einführung in das Bedienungsprogramm und in der grundlegenden Funktionsweise des CE – Apparates, bin ich nun bereits in der Lage einfache Befehle einzugeben und auch richtige Testdurchläufe auszuführen, aber natürlich ist immer ein Kollege zur Kontrolle in der Nähe. Gestern und heute haben wir ein Blutserum analysiert, doch sind wir mit den Messdaten (zeigen sich in Form von Peaks) nicht ganz zufrieden. Wir vermuten, dass das Problem auf die Kapillarwand und auf die dort angehängten Silanolgruppen zurückzuführen ist. Wir probieren das Problem nun mit mehreren Methoden zu beheben und können nur hoffen, dass wir eine Lösung finden.

  Erste Eindrücke

Heute ist der vierte Arbeitstag und ich kann jetzt schon sagen, dass ich viel gelernt habe. Man bekommt wirklich einen guten Einblick in den Forscheralltag. Ich arbeite direkt auf der Uni (Institut für analytische Chemie und Radiochemie), wo jetzt im Sommer natürlich keine Studenten herumtoben, wirklich ein angenehmes Arbeitsklima, besonders durch die netten Kollegen. Sie beantworten immer meine Fragen und versuchen mir alles möglichst verständlich zu erklären. Ich bin schon gespannt auch meine nächste Arbeitstation und mit welchen Methoden ich noch konfrontiert werde.

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