Ratten über alles
21:45 / 17.09.2009
Hi Leute,
tut mir leid, dass ich gestern nicht gebloggt habe, aber ich war nach meinem harten Arbeitstag einfach total fertig und hatte keine Zeit mehr einen Beitrag zu posten. Deswegen also hier der Bericht von gestern:
Gestern (Mittwoch) hatte ich das unglaubliche Glück bei den Operationen an den Ratten dabei sein zu dürfen. Operiert wurden sie im Hahnhof (wie ihr ja wisst war ich da schon mal). Zweck der Operation war es den Ratten einen Katheter in den Hypothalamus einzuführen. Mithilfe des Katheters wird künstlicher Liquor in das Hirn der Ratten injiziert und der alte Liquor wird abgepumpt. In diesem alten Liquor befinden sich verschiedene Neuroproteine, die wir schließlich messen wollen. Diese Neuroproteine werden im Hirn als Antwort auf ein Schädel-Hirn-Trauma ausgeschüttet und lassen sich dann im Liquor finden. Ein solches Trauma (wenn auch sehr leichtes) lösen wir durch das Setzen eines Katheters aus um, wie oben erwähnt, die Neuroproteine messen zu können. Endgültiges Ziel dieser Messungen ist das Erstellen einer Skala biochemischer Marker (ebenjener Neuroproteine), die es in der klinischen Diagnose erleichtern soll ein Schädel-Hirn-Trauma schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Nun zurück zur Operation. Die Operationen begannen jeweils mit der Narkotisierung der betreffenden Ratte; danach wurde ihr Schädel mittels Bolzen genau fixiert. Schließlich wurde die Kopfhaut über dem Schädel durchschnitten; daraufhin wurde die Knochenhaut über dem Schädelknochen beiseite geschoben um es dem Bohrer zu erlauben drei Löcher in den Knochen zu bohren. Beim Bohren musste daruf geachtet werden, dass die Dura Mater (die äußerste Hirnhaut) nicht durchbohrt wurde, da es ansonsten zu Blutungen des Hirngewebes gekommen wäre. Nachdem die drei Löcher (eines für den Katheter und zwei zur Fixierung) gebohrt wurden, wurde der Katheter in den Hippocampus eingeführt und schließlich wurde die gesamte Wunde mit Kompositzement (eine Art Knochenersatz) verschlossen. Zehn Ratten wurden auf diese Art und Weise operiert; ein ziemliches Arbeitspensum, wenn man die zeitaufwendigen Vorbereitungen und das anschließende Reinigen bedenkt. Doch alles in allem muss ich sagen war der Mittwoch sehr spannend und hat mir viele neue Erfahrungen beschert.
Was heute geschah:
Heute war der Tag nicht so arbeitsintensiv wie gestern. Ich führte mit einer meiner Zellkulturen mein kurzes Protokoll weiter. Dabei musste ich die gesamten Proben aufsaugen und mischen. Schließlich musste ich warten bis sich die Zellen abgesetzt hatten und dann den Überstand (also zellfreies Medium) aufsaugen und durch neues Medium ersetzen. Zu dieser Zellsuspension musste ich Retinsäure (hat Auswirkungen auf die Zelldifferenzierung) pipettieren und schließlich musste ich die Suspension wieder auf die Probengefäße verteilen. Bei einer weiteren Zellkultur musste ich ebenfalls das Medium wechseln. Beim Wechsel des Mediums muss zuerst das alte Medium abgesaugt werden; danach muss die Kulturflasche (75 cm2 Flask) mit dem salzhaltigen Puffer PBS (Phosphate Buffered Saline) gespült werden um etwaige abgestorbene Zellen gründlich zu entfernen. Schließlich muss neues Medium hinzupipettiert werden und die Kulturflaschen wieder zurück in den Brutschrank gestellt werden, wo die ideale Temperatur für das Zellwachstum herrscht.
tut mir leid, dass ich gestern nicht gebloggt habe, aber ich war nach meinem harten Arbeitstag einfach total fertig und hatte keine Zeit mehr einen Beitrag zu posten. Deswegen also hier der Bericht von gestern:
Gestern (Mittwoch) hatte ich das unglaubliche Glück bei den Operationen an den Ratten dabei sein zu dürfen. Operiert wurden sie im Hahnhof (wie ihr ja wisst war ich da schon mal). Zweck der Operation war es den Ratten einen Katheter in den Hypothalamus einzuführen. Mithilfe des Katheters wird künstlicher Liquor in das Hirn der Ratten injiziert und der alte Liquor wird abgepumpt. In diesem alten Liquor befinden sich verschiedene Neuroproteine, die wir schließlich messen wollen. Diese Neuroproteine werden im Hirn als Antwort auf ein Schädel-Hirn-Trauma ausgeschüttet und lassen sich dann im Liquor finden. Ein solches Trauma (wenn auch sehr leichtes) lösen wir durch das Setzen eines Katheters aus um, wie oben erwähnt, die Neuroproteine messen zu können. Endgültiges Ziel dieser Messungen ist das Erstellen einer Skala biochemischer Marker (ebenjener Neuroproteine), die es in der klinischen Diagnose erleichtern soll ein Schädel-Hirn-Trauma schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Nun zurück zur Operation. Die Operationen begannen jeweils mit der Narkotisierung der betreffenden Ratte; danach wurde ihr Schädel mittels Bolzen genau fixiert. Schließlich wurde die Kopfhaut über dem Schädel durchschnitten; daraufhin wurde die Knochenhaut über dem Schädelknochen beiseite geschoben um es dem Bohrer zu erlauben drei Löcher in den Knochen zu bohren. Beim Bohren musste daruf geachtet werden, dass die Dura Mater (die äußerste Hirnhaut) nicht durchbohrt wurde, da es ansonsten zu Blutungen des Hirngewebes gekommen wäre. Nachdem die drei Löcher (eines für den Katheter und zwei zur Fixierung) gebohrt wurden, wurde der Katheter in den Hippocampus eingeführt und schließlich wurde die gesamte Wunde mit Kompositzement (eine Art Knochenersatz) verschlossen. Zehn Ratten wurden auf diese Art und Weise operiert; ein ziemliches Arbeitspensum, wenn man die zeitaufwendigen Vorbereitungen und das anschließende Reinigen bedenkt. Doch alles in allem muss ich sagen war der Mittwoch sehr spannend und hat mir viele neue Erfahrungen beschert.
Was heute geschah:
Heute war der Tag nicht so arbeitsintensiv wie gestern. Ich führte mit einer meiner Zellkulturen mein kurzes Protokoll weiter. Dabei musste ich die gesamten Proben aufsaugen und mischen. Schließlich musste ich warten bis sich die Zellen abgesetzt hatten und dann den Überstand (also zellfreies Medium) aufsaugen und durch neues Medium ersetzen. Zu dieser Zellsuspension musste ich Retinsäure (hat Auswirkungen auf die Zelldifferenzierung) pipettieren und schließlich musste ich die Suspension wieder auf die Probengefäße verteilen. Bei einer weiteren Zellkultur musste ich ebenfalls das Medium wechseln. Beim Wechsel des Mediums muss zuerst das alte Medium abgesaugt werden; danach muss die Kulturflasche (75 cm2 Flask) mit dem salzhaltigen Puffer PBS (Phosphate Buffered Saline) gespült werden um etwaige abgestorbene Zellen gründlich zu entfernen. Schließlich muss neues Medium hinzupipettiert werden und die Kulturflaschen wieder zurück in den Brutschrank gestellt werden, wo die ideale Temperatur für das Zellwachstum herrscht.